Wenn der Begriff „EU AI Act“ fällt, denken viele sofort an Konzerne wie Google, Microsoft oder OpenAI. Das ist verständlich – aber ein gefährlicher Irrtum. Die europäische KI-Verordnung betrifft nahezu jedes Unternehmen, das KI-Tools im Alltag einsetzt. Und das sind heute deutlich mehr, als man denkt.
Was ist der EU AI Act überhaupt?
Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende gesetzliche Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Er gilt seit August 2024 schrittweise in allen EU-Mitgliedsstaaten – ohne dass einzelne Länder ihn erst in nationales Recht umwandeln müssen.
Das Ziel: KI soll sicher, transparent und die Grundrechte der Menschen schützend eingesetzt werden.
Den vollständigen Gesetzestext finden Sie hier:
Wen betrifft das Gesetz?
Kurze Antwort: fast jeden.
Das Gesetz richtet sich an:
- Anbieter: Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder auf den Markt bringen
- Betreiber: Unternehmen, die KI-Systeme im eigenen Kontext einsetzen – zum Beispiel ChatGPT für die Kundenkommunikation, ein KI-Tool für das Bewerber-Screening oder ein automatisiertes Analyse-Dashboard
- Importeure und Händler: Wer KI-Produkte aus Drittländern in die EU bringt oder weiterverkauft.
Das bedeutet: Auch ein mittelständisches Unternehmen, das ChatGPT für Marketingtexte oder ein KI-Plugin für Bewerbungen nutzt, ist Betreiber im Sinne des Gesetzes.
Die 4 Risikoklassen
Der EU AI Act teilt KI-Anwendungen in vier Kategorien ein. Je höher das Risiko, desto strenger die Anforderungen.
| Risikoklasse | Beispiel |
|---|---|
| Verboten / Inakzeptables Risiko | Gesichtserkennung |
| Hohes Risiko | Bewerber-KI |
| Begrenztes Risiko | Chatbot |
| Geringes Risiko | Email Spamfilter |
Was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
- KI-Inventar anlegen: Welche Tools nutzen wir? Welche Risikoklasse haben sie?
- Schulungen sicherstellen: Art. 4 schreibt vor, dass alle Mitarbeitenden mit ausreichender KI-Kompetenz ausgestattet sein müssen Mehr zu Art. 4 EU AI Act und KI-Kompetenz
- Kennzeichnungen vorbereiten: Disclaimer für KI-Content entwickeln (Art. 50)
- Nachweise dokumentieren: Zertifikate und Schulungsunterlagen für etwaige Audits bereithalten
Die Zeitachse im Überblick
| Datum | Was gilt? |
|---|---|
| Februar 2025 | Art. 4 KI-Kompetenzpflicht gilt |
| August 2025 | Verbote (Art. 5) und GPAI-Regeln gelten |
| August 2026 | Hochrisiko-Anforderungen (Anhang III) gelten vollständig |
Fazit
Der EU AI Act ist kein Thema nur für Tech-Abteilungen. Er betrifft alle, die KI einsetzen – vom Chatbot im Kundenservice bis zum KI-Tool in der Buchhaltung. Wer jetzt prüft, welche Tools im Einsatz sind und welche Pflichten daraus entstehen, ist klar im Vorteil.
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Bildnachweis: Die Grafiken in diesem Artikel wurden mit ChatGPT generiert.



